Über mich

1996 fiel mir ein Buch über Zazen in die Hände – und wie das so ist, wenn einen etwas nicht mehr loslässt, begann ich kurzerhand, nach dessen Anleitung für mich selbst zu meditieren. Ganz ohne große Zeremonie, dafür mit umso mehr Neugier.
Bald darauf fand ich eine Zen-Gruppe in Villach, die sich regelmäßig traf, um gemeinsam im Rinzai-Stil zu sitzen. Und so nahm die Sache ihren Lauf: 1998 durfte ich mein erstes Sesshin in Scheibbs absolvieren – und lernte dort Genro Seiun Dai-Osho kennen. Dieses erste überlebte Sesshin 😜 war zugleich ein ebenso fordernder wie prägender Einstieg in die vertiefte Praxis.
In den darauffolgenden Jahren führte mich mein Weg weiter zu seinem Lehrer, Kyozan Joshu Sasaki Roshi. Mehrmals jährlich nahm ich an Sesshins im Mt. Baldy Zen Center in Kalifornien teil – intensive Zeiten der Stille, die manchmal alles andere als still wirkten und doch genau darin ihre Tiefe hatten.
Heute ist Seigaku Kigen Osho mein Lehrer. Er ist Abt des Wiener Bodhidharmazendo sowie des Hyakujōgan Zendo auf der Hohen Wand, und unter seiner Leitung setze ich meine Praxis fort. Wenn es mir möglich ist, zieht es mich außerdem nach Asendorf in Deutschland, ins Hokuozan Zen Zentrum zu Shodo Harada Roshi – gewissermaßen eine gute Gelegenheit, sich immer wieder daran erinnern zu lassen, wie einfach (und wie herausfordernd) „einfach sitzen“ sein kann.
Im Jahr 2009 legte ich die Bodhisattva-Gelübde ab und erhielt den Namen Issan – „Ein Berg“. Ein Name, der mich seither freundlich daran erinnert, standhaft zu bleiben und die Dinge mit einer gewissen heiteren Gelassenheit zu betrachten – selbst dann, wenn meine Knie anderer Meinung sind.
Nach all diesen Erfahrungen wuchs in mir mehr und mehr der Wunsch, auch hier in Klagenfurt einen Ort für gemeinsame Praxis zu schaffen – eine Zen-Gruppe, die im Rinzai-Stil meditiert und diesen Weg miteinander teilt. In den letzten Jahren hat sich bereits eine kleine Runde gebildet, die in regelmäßigen Abständen zusammenkommt.
Nun scheint die Zeit reif, diesem Weg noch etwas mehr Raum zu geben – mit frischer Energie, einer Portion Entschlossenheit und vielleicht auch einem leisen Lächeln darüber, wohin uns das stille Sitzen alles führen kann.